Die „Deutsche Gesellschaft für Neuromodulation e.V.“ (DGNM) ist eine Vereinigung der in Forschung und Lehre tätigen Ärztinnen und Ärzte, sowie Wissenschaftlern die auf dem Gebiet der Neuromodulation tätig sind oder an dem Fachgebiet Interesse haben. Die DGNM hat es sich zur Aufgabe gemacht, neue Forschungsergebnisse zusammen zu tragen, auszuwerten und in einer wissenschaftlichen Dokumentation zur Verfügung zu stellen. Sie fördert ideell die neuromodulatorische Forschung und die aktuelle wissenschaftliche Diskussion und schafft damit die wichtigste Voraussetzung für kompetente Empfehlungen.
20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation e.V.
Vom 7. bis 8. November 2025 fand in Bremen die 20. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation (DGNM) in Kombination mit dem 1. Joint Meeting mit der Canadian Neuromodulation Society (CNS) statt – ein außergewöhnliches Ereignis, das zwei Kontinente unter einer gemeinsamen Vision vereinte: die Weiterentwicklung der Neuromodulation.
In der gemeinsamen Sitzung kamen herausragende Expertinnen und Experten zusammen: Dr. Lutz Weise sprach über die Weiterentwicklung elektrophysiologischer Techniken in der Ära der „asleep“ Deep Brain Stimulation, Jill Osborn präsentierte die Entwicklung eines Behandlungsalgorithmus und die Ergebnisse der Spinal Cord Stimulation bei Patientinnen und Patienten mit Wirbelsäulendeformitäten, und Victoria Bains gab aus kanadischer Sicht wertvolle Einblicke in die Bedeutung interprofessioneller Teams in der Neuromodulation.
Auf deutscher Seite berichtete Prof. Jaroslaw Maciaczyk über die Integration der MRgFUS-Technologie in die klinischen Behandlungspfade von Bewegungsstörungen, während Prof. Jan Vesper die neuen deutschen Leitlinien zur Spinal Cord Stimulation vorstellte.
Neben der wissenschaftlichen Exzellenz und dem intensiven fachlichen Austausch zeichnete sich diese Tagung vor allem durch den menschlichen Zusammenhalt aus. Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Ländern, Disziplinen und Kulturen traten nicht nur in den Dialog der Wissenschaft, sondern knüpften auch persönliche und berufliche Verbindungen, die über Jahre Bestand haben. Diese Beziehungen bilden das Fundament unserer internationalen Neuromodulationsgemeinschaft – ein Netzwerk aus Wissen, Empathie und gemeinsamer Verantwortung, das sich dem Ziel verschrieben hat, menschliches Leid durch Innovation und Mitgefühl zu lindern.
Die International Neuromodulation Society (INS) spielt dabei eine zentrale Rolle, indem sie geografische und kulturelle Grenzen überwindet und den Geist der Zusammenarbeit fördert. Sie erinnert uns daran, dass Wissenschaft keine Grenzen kennt, wenn sie von Engagement und Menschlichkeit geleitet wird. Wir freuen uns bereits jetzt auf das Wiedersehen mit unseren kanadischen Kolleginnen und Kollegen – entweder bei unserem nächsten DGNM-Kongress in Berlin am 6.–7. November 2026 oder beim CNS-Kongress in Calgary, Alberta, vom 17.–19. September 2026. Wir hoffen, dass unsere kanadischen Gäste ihren Aufenthalt in Bremen ebenso genossen haben, wie wir ihre fachlichen Impulse und ihre Freundschaft geschätzt haben.
Am Ende dieser hochkarätigen Veranstaltung wurde der Preis für den besten Vortrag verliehen. Wir gratulieren Frau Prof. Rezvan Ahmadi aus Heidelberg ganz herzlich zu dieser Auszeichnung. Der Titel ihrer Präsentation lautete: „Intraossäre Basivertebralnervenablation: 5-Jahres-Ergebnisse aus drei Langzeit-Follow-up-Studien.“ Diese Arbeit steht beispielhaft für den Innovationsgeist, die die Neuromodulation in Deutschland und international voranbringen.
Neurostimulation: "Für viele Betroffene ein Gamechanger"
Interview mit DGNM-Präsident PD Dr. Dirk Rasche
Unser Fachjournal Neuromodulation: Technology at the Neural Interface konnte im Jahr 2024 sowohl seinen Impact Factor auf 3,5 als auch seinen CiteScore auf 6,8 steigern!
Diese Entwicklung ist ein eindrucksvoller Beleg für das kontinuierliche Engagement und die exzellente Arbeit unserer Autorinnen und Autoren, der Gutachterinnen und Gutachter sowie des gesamten Redaktionsteams. Wir danken Ihnen allen herzlich für Ihre wertvolle Unterstützung und Ihre Beiträge, die es ermöglichen, das hohe wissenschaftliche Niveau unseres Journals zu wahren und weiterzuentwickeln.
Bitte feiern Sie mit uns diesen bedeutenden Meilenstein, der nicht nur die Sichtbarkeit unseres Journals, sondern auch den wachsenden Einfluss unseres Fachgebiets unterstreicht.
Wir danken Ihnen für Ihre anhaltende Verbundenheit mit unserem Journal, Ihrer aktiven Mitwirkung in unserer Gesellschaft und Ihrem unermüdlichen Einsatz für die Weiterentwicklung der Neuromodulation.
Besuch des DGNM-Vorstands beim gemeinsamen Kongress der kanadischen und deutschen Neuromodulationsgesellschaft in Québec
Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Neuromodulation (DGNM e.V.) hatte die Ehre, am gemeinsamen Kongress der Canadian Neuromodulation Society (CNS) und der DGNM in Québec, Kanada, teilzunehmen. Die Veranstaltung bot eine exzellente Plattform für den internationalen wissenschaftlichen Austausch sowie für die Vertiefung kollegialer Verbindungen zwischen beiden Gesellschaften. Die herzliche Gastfreundschaft und professionelle Organisation durch unsere kanadischen Kolleginnen und Kollegen, insbesondere durch Dr. Weise (Schriftführer der CNS), waren beispielhaft und wurden vom gesamten DGNM-Vorstand sehr geschätzt.
Die DGNM freut sich bereits jetzt darauf, den Vorstand sowie alle Mitglieder der CNS am 7. und 8. November 2025 zur 20. Jahrestagung der DGNM e.V. in Bremen willkommen zu heißen. Dieser Jubiläumskongress verspricht, erneut ein bedeutendes Ereignis für die internationale Neuromodulationsgemeinschaft zu werden ganz im Sinne einer weiterhin starken transatlantischen Zusammenarbeit.
German National Guidelines for Epidural Spinal Cord Stimulation
for the Treatment of Chronic Pain
Am 26. April 2025 wurde die Publikation mit dem Titel "German National Guidelines for Epidural Spinal Cord Stimulation for the Treatment of Chronic Pain" online in Neuromodulation: Technology at the Neural Interface veröffentlicht, dem offiziellen Journal der International Neuromodulation Society (INS).
Diese Veröffentlichung stellt einen bedeutenden Meilenstein auf dem Weg zur Standardisierung neuromodulativer Verfahren in Deutschland und darüber hinaus dar.
Den vollständigen Artikel finden Sie unter folgendem Link:
🔗 https://www.neuromodulationjournal.org/article/S1094-7159(25)00134-5/fulltext
Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,
nachfolgend möchten wir auf eine Konsensus-Empfehlung aufmerksam machen, die für alle Mitglieder der Gesellschaft interessant und hilfreich sein kann:
Stellenwert der Rückenmarkstimulation bei schmerzhafter diabetischer Polyneuropathie
Die schmerzhafte diabetische Polyneuropathie (DSPN) ist eine häufige Komplikation des Diabetes mellitus und betrifft bis zu 30% der Diabetespatienten. Sie geht mit einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität, erhöhtem Mortalitätsrisiko und oft unzureichender Schmerzlinderung durch Pharmakotherapien einher. Die Rückenmarkstimulation (spinal cord stimulation, SCS) bietet eine wirksame Alternative für Patienten mit therapierefraktären Schmerzen.
Die vorliegende konsensbasierte Empfehlung unterstreicht den Stellenwert der epiduralen Rückenmarkstimulation als integralen Bestandteil der multimodalen Schmerztherapie bei therapierefraktärer schmerzhafter DSPN und gibt evidenzbasierte Empfehlungen zur Diagnostik, Indikationsstellung und Therapie der schmerzhaften DSPN.
Endorsement:
Die Deutsche Gesellschaft für Neuromodulation e.V. gratuliert dem Experten-Panel zur Erstellung der vorliegenden Konsensus-Empfehlung zur Anwendung der epiduralen Rückenmarkstimulation bei schmerzhafter DSPN und stimmt den Ausführungen und Empfehlungen vollumfänglich zu.
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